Im Schatten des Zweiten Weltkriegs entstand in Japan eine radikal eigene Spielart des Brutalismus: geometrische Formen, kompromisslose Funktionalität und unverputzter Sichtbeton, der seine Maserung und Unebenheiten offen zeigt. Der Fotograf Paul Tulett, einer der profiliertesten Kenner dieser Architektur, ist quer durchs Land gereist, um ihre eindrucksvollsten Bauten festzuhalten. In über 200 kraftvollen, präzise komponierten Fotografien zeigt er die Widersprüche dieser Gebäude: die Rohheit des Betons neben eleganter Formgebung, ihre selbstverständliche Einbettung in die Stadtlandschaft und einen globalen, modernistischen Anspruch, der zugleich japanische Traditionen bewahrt. Mit Werken von Architekten wie Kenzo Tange, Tadao Ando und Kazuo Shinohara macht dieser Band sichtbar, wie aus internationalen Einflüssen und japanischer Sensibilität ein eigenständiger, bis heute faszinierender Baustil wurde.
Über den Autor:
Paul Tulett ist ein britischer Architekturfotograf und Stadtplaner, spezialisiert auf modernistische und brutalistische Architektur der Nachkriegszeit in Ostasien. Er lebt in Japan und hat einen Master in Urban Planning & Environment. Seine Fotografien wurden unter anderem in The Guardian, der Financial Times und bei Condé Nast veröffentlicht; über sein Instagram-Konto @brutal_zen erreicht er mehr als 140.000 Follower. Bei Prestel ist er Bestseller-Autor und Fotograf von „Brutalist Japan“ und „Brutalist Korea“.